Überblick

Vergabeportale und Vergabeplattformen in Deutschland

Deutschland hat kein zentrales Vergabeportal. Der Bund, die EU und alle 16 Bundesländer betreiben eigene Plattformen, dazu kommen überregionale Anbieter und zahlreiche kommunale Systeme. Wer öffentliche Aufträge sucht, muss deshalb zuerst verstehen, welches Portal wofür zuständig ist.

Stand: 29. September 2026. Alle Verlinkungen zu diesem Zeitpunkt geprüft.

Die Plattformen der Länder auf einen Blick

Der zentrale Einstieg je Bundesland, mit dem Betreiber, wie ihn das Impressum oder die Nutzungsbedingungen nennen.

BundeslandPlattformBetreiberLink
Baden-WürttembergVergabeplattform Baden-WürttembergStaatsanzeiger für Baden-Württemberg GmbH & Co. KGvergabe.landbw.de
Bayernauftraege.bayern.deFreistaat Bayern, technisch umgesetzt von der Healy Hudson GmbH (Deutsche eVergabe)auftraege.bayern.de
BerlinVergabeplattform BerlinSenatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnenberlin.de
BrandenburgVergabemarktplatz BrandenburgLand Brandenburg, vertreten durch den Minister der Justiz und für Digitalesvergabemarktplatz.brandenburg.de
BremenVergabeplattform der Freien Hansestadt BremenImmobilien Bremen, Eigenbetrieb der Stadtgemeinde Bremenvergabe.bremen.de
HamburgeVergabe Hamburg (Bieterportal)Behörde für Finanzen und Bezirke (Finanzbehörde) der Freien und Hansestadt Hamburgfbhh-evergabe.web.hamburg.de
HessenHessische Ausschreibungsdatenbank (HAD)Auftragsberatungsstelle Hessen e.V., getragen vom Land Hessen und den hessischen Wirtschaftskammernhad.de
Mecklenburg-VorpommernVergabemarktplatz Mecklenburg-VorpommernLandesamt für innere Verwaltung Mecklenburg-Vorpommern, technischer Betrieb: DVZ Datenverarbeitungszentrum M-V GmbHvergabe.mv-regierung.de
Niedersachsenvergabe.NiedersachsenLand Niedersachsen, Impressum: IT.Niedersachsenvergabe.niedersachsen.de
Nordrhein-WestfalenVergabemarktplatz NRWLand Nordrhein-Westfalen, Herausgeber des Portals vergabe.NRW: Ministerium der Finanzenevergabe.nrw.de
Rheinland-PfalzVergabemarktplatz Rheinland-PfalzMinisterium der Finanzen Rheinland-Pfalz, Betrieb: Landesbetrieb Daten und Informationvergabe.rlp.de
Saarlandvergabe.saarlandZweckverband Elektronische Verwaltung im Saarland (eGo-Saar), Technik: Staatsanzeiger für Baden-Württembergvergabe.saarland
SachsenVergabeplattform des Freistaates SachsenFreistaat Sachsen, vertreten durch die Sächsische Staatskanzleievergabe.sachsen.de
Sachsen-AnhalteVergabe-Portal Sachsen-AnhaltLand Sachsen-Anhalt, Ministerium für Infrastruktur und Digitalesevergabe.sachsen-anhalt.de
Schleswig-Holsteine-Vergabe.SHGebäudemanagement Schleswig-Holstein AöR (GMSH)e-vergabe-sh.de
ThüringenAusschreibungen ThüringenFreistaat Thüringen (Landesportal verwaltung.thueringen.de)verwaltung.thueringen.de

Was über diese Portale gerade ausgeschrieben ist

Die Portale unterscheiden sich nicht nur in der Zuständigkeit, sondern im Volumen. Diese Zahlen kommen aus dem Bestand, den VergabeRadar täglich einliest. Sie zeigen, wie viel tatsächlich offen ist und woher es stammt.

Offene Verfahren
15.971
Quellen
4
Regionen
17
  • Datenservice Öffentlicher EinkaufNationale Verfahren, auch unterhalb der Schwellenwerte6.800 · 42,6 %
  • TED (Tenders Electronic Daily)EU-weite Verfahren oberhalb der Schwellenwerte6.614 · 41,4 %
  • service.bund.deBund, Länder und Kommunen2.099 · 13,1 %
  • Vergabemarktplatz NRWKommunale Verfahren aus Nordrhein-Westfalen458 · 2,9 %

Jüngste Bekanntmachung im Bestand: 11.10.2026. Die Zahlen stammen aus dem Bestand, gegen den VergabeRadar matcht, und werden stündlich neu erhoben.

Drei Arten von Portalen

Die Begriffe werden oft vermischt, aber die Portale erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Diese Unterscheidung erspart viel Suchaufwand.

Bekanntmachungs- und Suchdienste

Hier werden Vergaben veröffentlicht und durchsuchbar gemacht. Wer wissen will, was ausgeschrieben ist, sucht auf dieser Ebene: TED für europaweite Verfahren, der Datenservice Öffentlicher Einkauf und service.bund.de für deutsche.

e-Vergabe-Plattformen

Hier laufen die Verfahren selbst: Vergabeunterlagen herunterladen, Bieterfragen stellen, Angebote rechtsverbindlich einreichen. Die Länder bieten eigene Plattformen an oder nutzen die e-Vergabe des Bundes.

Kommerzielle Ausschreibungsdienste

Kostenpflichtige Rechercheangebote, die Bekanntmachungen aus vielen Quellen zusammenführen und aufbereiten. Sie ersetzen die amtlichen Portale nicht, sondern bündeln deren Inhalte.

Bund und EU

Diese vier Adressen bündeln Veröffentlichungen über Ländergrenzen hinweg.

  • TED (Tenders Electronic Daily)

    Supplement zum Amtsblatt der EU. Hier erscheinen alle Vergaben oberhalb der EU-Schwellenwerte, europaweit und in allen Amtssprachen.

  • Datenservice Öffentlicher Einkauf

    Bekanntmachungsservice des Beschaffungsamts des BMI. Bündelt Bekanntmachungen von Bund, Ländern und Kommunen, ohne Registrierung durchsuchbar und als offene Daten abrufbar.

  • service.bund.de

    Portal des Bundesverwaltungsamts und nach eigener Angabe der zentrale Zugang zu den elektronischen Ausschreibungen von Bund, Ländern und Kommunen.

  • e-Vergabe des Bundes

    Die Vergabeplattform des Bundes, geschaffen vom Beschaffungsamt des BMI. Hier laufen Verfahren von den Unterlagen bis zur Angebotsabgabe, für Unternehmen kostenfrei.

Wo der Bund ausschreibt: e-Vergabe, Datenservice und service.bund.de →

Die Plattformen der 16 Bundesländer

Jedes Land hat mindestens einen eigenen Einstieg, manche mehrere. Kommunen veröffentlichen teils dort, teils auf eigenen oder überregionalen Portalen.

Überregionale Plattformen und Dienste

Diese Anbieter arbeiten länderübergreifend. Ein Teil der Landesportale basiert technisch auf derselben Software.

  • Deutsches Vergabeportal (DTVP)

    Überregionale e-Vergabe-Plattform auf Basis der cosinex-Software, genutzt von Vergabestellen in ganz Deutschland.

  • subreport ELViS

    Eine der ältesten Vergabeplattformen Deutschlands, verbreitet im Bau- und Kommunalbereich.

  • evergabe.de

    Plattform der Administration Intelligence AG, im Einsatz bei Bundes-, Landes- und Kommunalstellen.

  • Deutsches Ausschreibungsblatt

    Kommerzieller Ausschreibungsdienst, der Bekanntmachungen aus vielen Quellen redaktionell zusammenführt.

Was das für die Praxis bedeutet

Für die Angebotsabgabe führt kein Weg an der Plattform vorbei, auf der das Verfahren läuft. Welche das ist, steht in der Bekanntmachung: Wer auf eine Ausschreibung des Freistaats Sachsen bietet, tut das meist über die sächsische Plattform. Die Registrierung ist für Unternehmen nach Angabe der Landesplattformen in aller Regel kostenlos.

Für das Finden relevanter Ausschreibungen gilt das nicht. Bekanntmachungen müssen veröffentlicht werden, und ein großer Teil der deutschen Veröffentlichungen läuft über zentrale Bekanntmachungsdienste zusammen. Statt täglich ein Dutzend Portale abzusuchen, genügt es, diese Ebene zu beobachten und die Treffer gegen das eigene Leistungsspektrum zu filtern.

Genau das ist der Grund, warum die reine Zahl überwachter Portale wenig aussagt. Entscheidend ist, ob die Veröffentlichungen erfasst werden, die zu Ihnen passen und ob nachvollziehbar ist, warum ein Treffer angezeigt wird.

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