Wer hinter VergabeRadar steht

Tim Engelmann
Gründer von VergabeRadar
Tim Engelmann ist Wirtschaftswissenschaftler mit Bachelor- und Masterabschluss und Unternehmer. Als Berater im öffentlichen Sektor hat er Stadtwerke und Energieunternehmen begleitet.
VergabeRadar wurde am gegründet und hat seinen Sitz in Wuppertal.
Warum es VergabeRadar gibt
VergabeRadar ist aus einem eigenen Bedarf entstanden: einem Werkzeug, das bei der Suche nach öffentlichen Aufträgen Zeit spart und verhindert, dass relevante Ausschreibungen übersehen werden. Zugleich soll es mehr Transparenz in den Ausschreibungsmarkt bringen, mit Passungs-Scores, die sich nachvollziehen lassen.
Öffentliche Aufträge werden nicht an einer Stelle veröffentlicht. Verfahren oberhalb der EU-Schwellenwerte erscheinen auf TED, nationale Verfahren über den Datenservice Öffentlicher Einkauf, dazu kommen die Plattformen von Bund, Ländern und Kommunen (eine Übersicht steht unter Vergabeportale). Wer passende Aufträge finden will, muss mehrere Quellen im Blick behalten und jede Bekanntmachung selbst einordnen.
VergabeRadar übernimmt diese Arbeit: Es liest die Quellen täglich ein, entfernt doppelte Bekanntmachungen und bewertet jede Ausschreibung nach festen, offengelegten Regeln. Der Score ist kein Urteil einer Black Box, sondern die Summe von Signalen, die im Dashboard einzeln angezeigt werden.
Welche Quellen wir einlesen
| Quelle | Was sie abdeckt |
|---|---|
| TED (Tenders Electronic Daily) | EU-weite Verfahren oberhalb der Schwellenwerte |
| Datenservice Öffentlicher Einkauf | Nationale Verfahren, auch unterhalb der Schwellenwerte |
| service.bund.de | Bund, Länder und Kommunen |
| Vergabemarktplatz NRW | Kommunale Verfahren aus Nordrhein-Westfalen |
Die Quellen werden einmal täglich am Morgen abgefragt, jeweils für die letzten drei Tage. So werden Bekanntmachungen, die eine Quelle verspätet ausliefert, beim nächsten Lauf nachgeholt. Portale, die hier nicht stehen, liest VergabeRadar nicht direkt ein. Ihre Verfahren erscheinen nur, wenn sie zusätzlich über eine der vier Quellen bekannt gemacht werden.
Wie doppelte Bekanntmachungen erkannt werden
Dasselbe Verfahren taucht oft in mehreren Quellen oder mehrfach in derselben Quelle auf. Damit es im Dashboard nur einmal erscheint, gelten vier Regeln:
- Innerhalb einer Quelle ist jede Bekanntmachung über ihre Kennung eindeutig und wird bei einer erneuten Lieferung aktualisiert, nicht doppelt angelegt.
- Bei TED werden Bekanntmachungen über die Verfahrenskennung zusammengeführt. Verlängert eine Berichtigung die Angebotsfrist, bleibt die neueste Bekanntmachung mit der aktuellen Frist stehen. Ist für ein Verfahren ein Zuschlag veröffentlicht, wird es als vergeben markiert und erzeugt keine neuen Treffer mehr.
- service.bund.de veröffentlicht viele Bekanntmachungen, die auch auf TED oder beim Datenservice Öffentlicher Einkauf erscheinen. Solche Kopien werden über Titel und Auftraggeber erkannt. Die ausführlichere Fassung bleibt, fehlende Angaben wie Frist, Region oder CPV-Codes werden vorher aus der Kopie übernommen.
- Erscheint ein Verfahren vom Vergabemarktplatz NRW auch beim Datenservice Öffentlicher Einkauf, wird es über die Verfahrensnummer im Plattform-Link erkannt und nur einmal gezeigt.
Wie der Passungs-Score entsteht
Grundlage ist das Unternehmensprofil: CPV-Codes, Suchbegriffe, Regionen, auf Wunsch bevorzugte Auftraggeber und Ausschlussbegriffe. Für jede Ausschreibung werden Punkte vergeben. Jede Signalart hat eine Obergrenze, damit ein einzelner Kanal allein keinen Spitzenwert erzeugt.
| Signal | Punkte | Obergrenze |
|---|---|---|
| CPV-Code stimmt genau überein | +3 Punkte je Code | höchstens 6 Punkte |
| CPV-Code ist verwandt (Ober- oder Unterbegriff in der CPV-Hierarchie) | +1,5 Punkte je Code | höchstens 3 Punkte |
| Suchbegriff im Titel | +2 Punkte für den ersten, +0,5 für jeden weiteren | höchstens 3,5 Punkte |
| Suchbegriff in der Beschreibung | +1 Punkt für den ersten, +0,25 für jeden weiteren | höchstens 1,75 Punkte |
| Region passt (oder Ausschreibung ist bundesweit) | +1,5 Punkte | einmal |
| Region weicht ab | −1,5 Punkte | einmal |
| Bevorzugter Auftraggeber | +1 Punkt | einmal |
Aus der Punktsumme wird der Score:
| Score | Bezeichnung | Punktsumme |
|---|---|---|
| 5 | Sehr gute Passung | ab 8 |
| 4 | Gute Passung | ab 5,5 |
| 3 | Mögliche Passung | ab 3,5 |
| 2 | Geringe Passung | ab 2 |
| 1 | Keine relevante Passung | unter 2 |
- Enthält eine Ausschreibung einen Ausschlussbegriff, erhält sie den Score 1, unabhängig von allen anderen Signalen.
- Ist im Profil festgelegt, dass nur bevorzugte Auftraggeber zählen, kann eine Ausschreibung anderer Auftraggeber höchstens den Score 3 erreichen.
- Angezeigt werden Ausschreibungen ab Score 2.
- Suchbegriffe allein reichen höchstens für einen Score 3. Für 4 oder 5 braucht es zusätzlich passende CPV-Codes, die Region oder die KI-Einschätzung.
Was die KI-Einschätzung beiträgt
Zusätzlich zu den festen Regeln bewertet ein Sprachmodell von Anthropic die stärksten Kandidaten, je Profil bis zu 30. Es erhält die Profilbeschreibung und die Leistungsschwerpunkte sowie Titel, Auftraggeber und Beschreibung der Ausschreibung und gibt eine Relevanz von 0 bis 10 mit einem Satz Begründung zurück.
- Ab 8 von 10 steigt der Score um eins, bei 2 oder weniger sinkt er um eins. Dazwischen bleibt er unverändert.
- Die Einschätzung erscheint mit Wert und Begründung als eigenes Signal beim Treffer, sie ersetzt keine der festen Regeln.
- Fällt die KI aus, bleibt der Score aus den festen Regeln bestehen.
Welche Daten dafür übermittelt werden, steht in der Datenschutzerklärung.
Woher die Zahlen auf unseren Seiten kommen
- Die Zahlen auf den CPV-Seiten (Anzahl der Ausschreibungen, häufige Auftraggeber, Regionen) werden jede Nacht aus demselben Datenbestand berechnet, den auch das Dashboard nutzt. Die Historie reicht bis Juli 2026 zurück.
- Die Übersicht der Auftragswerte beruht auf 59.747 deutschen Zuschlagsbekanntmachungen auf TED, veröffentlicht vom 30.08.2025 bis 25.08.2026. 35.249 davon nennen einen Wert in Euro. Nach Abzug von 5.056 Platzhalterwerten unter 1.000 € bleiben 30.193 Zuschläge.
- Auf öffentlichen Seiten nennen wir Auftraggeber nur mit dem Namen der Behörde oder Einrichtung, nie Ansprechpersonen, Telefonnummern oder E-Mail-Adressen.
Grenzen der Daten
- Nationale Bekanntmachungen nennen oft nur einen groben CPV-Code, etwa die Abteilung. Solche Ausschreibungen passen dann nur als verwandter Code, nicht genau.
- Nicht jede Bekanntmachung enthält eine Angebotsfrist, eine Region oder einen Auftragswert. Fehlt eine Angabe, fehlt sie auch bei uns.
- Suchbegriffe werden im Wortlaut gesucht. Beschreibt ein Auftraggeber dieselbe Leistung mit anderen Worten, greift nur der CPV-Code oder die KI-Einschätzung.
- Die KI-Einschätzung kann danebenliegen. Deshalb wird sie mit Begründung angezeigt und verschiebt den Score um höchstens eine Stufe.
Kontakt
Fragen zu Daten, Methodik oder einer bestimmten Ausschreibung beantworten wir unter info@vergabe-radar.com. Weitere Angaben stehen im Impressum.